Am 26.09.08 schrieb
Andreas Böttcher
(andreas.boettcher2 (ät) hanse.net)
Lieber Herr Kuhr,
auch ich befasse mich mit dem Gedanken der humanistischen Grundeinstellung.
Dabei bin ich auf Ihre umfangreiche Homepage gestoßen. Meine Hochachtung
für diese Leistung. Ich finde es schön, dass Sie diese Idee verbreiten
wollen.
Nach dem Lesen einiger Texte habe ich mir nun das Buch "Wachstum an
Menschlichkeit" gekauft. Ich vielen Dingen denke ich genauso wie Sie. Jedoch
fand ich das Buch zu oberflächlich gehalten, ich hatte konkreteres erwartet,
mehr Praxisorientierung.
Was mich sehr enttäuscht hat, bitte erlauben Sie mir etwas Kritik, ist
Ihr "Feldzug" gegen Kirche und Glauben. Es kommt der Eindruck auf, dass dies
Ihr eigentliches Anliegen ist, nicht der humanistische Grundgedanke (die
Veröffentlichung der "Anti-Religion-Zitate" am Ende des Buches zeugt
leider nicht von viel Feingefühl). Warum müssen sich Glauben (oder
Kirche) und Humanismus denn ausschließen?
Welche Greueltaten im Zeichen des Kreuzes verübt wurden, ist bekannt,
man muss es wohl nicht mehr besonders hervorheben. Aber die Wurzeln des
Christentums und was die Kirche letztendlich daraus geformt hat, sind in
meinen Augen zwei verschiedene Dinge. Ohne das Predigen der Nächstenliebe
durch Jesus, die bis heute vielen Menschen als ethische Orientierung gilt,
wäre unsere Welt sicherlich kälter als sie ohnehin schon ist. Man
sollte auch nicht vergessen, dass viele (die meisten?) gemeinnützige
und humanitäre Einrichtungen in unserer Gesellschaft kirchlichen Ursprungs
sind.
Sie werden lachen: ich selbst bin schon früh aus der Kirche ausgetreten.
Ich bin der Meinung, dass ich für einen Glauben kein Mitglied einer
Kirche sein muss. Aber ich würde mir nicht anmaßen, die Menschen
in ihrem Glauben (zum Nichtglauben) bekehren zu wollen. Ich stimme Ihnen
zu, dass "blinder" Glaube an Überliefertes OHNE EIGENES NACHSINNEN naiv
erscheint. Aber es gibt wohl genug nachdenkliche Gläubige!
Was das "Übersinnliche" oder "Göttliche" angeht, weise ich darauf
hin, dass sich namhafte Denker und Philosophen bis heute nicht einigen konnten,
welche Rolle der Geist des Menschen im Zusammenhang mit unserer Wahrnehmung
der Welt spielt und ob nicht andere Bewusstseins-Ebenen existieren. Hier
gab und gibt es hochkarätige Literatur - und man kann wohl behaupten,
dass diese Texte keineswegs Ergebnisse einer oberflächlichen und naiven
Betrachtungsweise sind.
Toleranz anderen Menschen gegenüber sollte auch die Möglichkeit
eines anderen Denkens oder Glaubens einschließen. Alles andere ist
für mich kein echter Humanismus. Die Botschaft, dass nur Nichtgläubige
vernünftig denkende, erwachsene Menschen sind, finde ich jedenfalls
sehr ungerecht und überhaupt nicht dem Gedanken des Humanismus entsprechend.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Kritik positiv sehen, denn nur
im Austausch mit anderen Menschen wächst man. Ich wünsche Ihnen
mit Ihrer Homepage und Aktion noch weiterhin viel Erfolg.
Viele Grüße aus Elmshorn
Andreas Böttcher
P.S.: Sollten Sie diesen Brief im Gästebuch veröffentlichen, bitte
nur vollständig ohne eigenmächtige Zensur. Ansonsten bitte ich
davon abzusehen. Danke.
*
Am 21.03.08 schrieben
Alf und Annette Nichelmann
(familienichelmann (ät) web.de)
Sehr geehrte Damen und Herren.
Vielen Dank für Ihre erfrischende und aufklärende Plattform.
Ich bin begeistert, von der "Abteilung" - Religion, und würde gerne
einen Standpunkt des TAOismus zu bringen:
Folgendes:
Im Lichte der Ewigkeit
Es gibt auf der Welt nichts, was nicht zu einem anderen in einem
Wechselverhältnis stände.
Aber nur von einem Teil ausgehend, kann man das nicht erkennen, erst aus
dem Wissen von dem anderen kommt diese Erkenntnis.
Darum sage ich, das eine geht aus dem anderen hervor, das eine wird durch
das andere bedingt.
Das ist die Lehre von der Erzeugung des einen durch das andere.
Wenn nun demnach auch Leben und Tod, Möglichkeit und Unmöglichkeit,
Bejahung und Verneinung einander bedingen, so folgt doch der Heilige nicht
diesem Gedankengange, sondern betrachtet die Dinge im Lichte der Ewigkeit
und geht von einem aus.
Dann sieht er, das eine ist zugleich auch das andere, und jedes schließt
einen Gegensatz in sich.
Gibt es aber dann tatsächlich noch den relativen Unterschied oder
nicht?
Wo die Gegensätze ihre Aufhebung in der höchsten Synthese finden,
da, sagt man, sei die Achse des Dao.
Wenn diese Achse im Mittelpunkt ruht und das Unendliche in ihr
zusammentrifft, dann gehen Bejahung und Verneinung in einer unendlichen Einheit
auf.
Darum sage ich: Nichts kommt der Erleuchtung gleich!
Von Taomönch / Philosoph "Zhuangzi" (4. Jahrhundert vor Chr.)
Machen Sie weiter so!!!
Aufklärung macht Frei!!!
Alf und Annette Nichelmann
*
Am 31.01.08 schrieb
Jörg Beckmann
(beckmann.je (ät) web.de)
sehr geehrter Herr Kuhr,
Ihren Aufsatz zur Menschenwürde habe ich mit
Interesse, aber auch mit Erschrecken gelesen. Sie möchten per Grundgesetz
jegliche einseitige Einflussnahme auf den Glauben eines Kindes bis zum 18.
Lebensjahr unterbinden. Damit stellen sie das ureigene Recht bzw. die
Verpflichtung der Eltern nach Erziehung, denn jede Erziehung beinhaltet
Wertevermittlung, in Frage. Wollen Sie eine Glaubenspolizei, die auf
humanistische Ideale eingeschworen, die Familien überwacht und sanktioniert?
Sie können meinen Kommentar beantworten oder ins Gästebuch stellen,
sonstige Mails möchte ich nicht!
Jörg Beckmann
Anmerkung: Wertevermittlung sollte unbedingt erfolgen,
durch entsprechendes Vorleben, Gespräche sowie Ethikunterricht.
Unterbleiben sollte einseitige Einflußnahme durch Festlegung auf
abgrenzende Konfession mittels Taufe, behördliche Eintragung und
Religionsunterricht. Im Gegensatz zu den meisten Glaubensgemeinschaften
enthält der Humanismus als ethische Orientierung keine Zwänge,
um Kinder auf ein von anderen abgrenzendes Bekenntnis festzulegen, von daher
erübrigt sich eine Frage nach Glaubenspolizei, Überwachung und
Sanktionen. Humanismus ist ein Denken und Handeln, das sich an der Würde
des Menschen orientiert und dem Ziel menschenwürdiger
Lebensverhältnisse dient. R.K.
*
Am 24.11.06 schrieb
Harald Bellon
<habusch (ät) freenet.de>
Lieber Herr Rudolf Kuhr
Ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen für Ihre wunderbare Homepage,
auf die ich bei meiner Suche nach Texten zu religiösem Mißbrauch
gekommen bin.
Ihren Ausführungen zu Kindesmißbrauch im Namen der Religion stimme
ich uneingeschränkt zu. Ich selbst habe dies so erlebt.
Viele Kinder identifizieren sich meiner Meinung nach wohl oder übel
mit den Tätern und deren Religion und hinterfragen leider auch als
Erwachsene nie diese Einstellung.
Leider blieb es bei mir nicht bei der von Ihnen beschriebenen vergleichsweise
sanften Form des Mißbrauches. Ich habe mich als Kind nicht damit
identifiziert sondern mich gewehrt. Dadurch wurde behauptet ich sei vom Teufel
besessen und es wurde eine Art Teufelsaustreibung vorgenommen. Dieses und
andere Geschehnisse führten zu religiöser Traumatisierung aus der
ich mich im laufe der Jahrzehnte mehr und mehr herausgearbeitet habe.
Bei dieser Arbeit entdeckte ich wie schwer es sein kann aus dem Gefängnis
der Religion auszusteigen auch wenn ich mich intensiv bemühe, denn diese
Art Religion ist eine äußerst trickreiche Droge die in den tiefsten
Tiefen verankert ist und zum sofortigen Realitätsverlust führt.
Nun bin ich die meiste Zeit in Freiheit und finde es sehr unterstützend,
Ihre Texte zu lesen. Nochmals Danke.
Ich habe nicht alles gelesen und so bitte ich um Nachsicht, sollten meine
nachfolgenden Ausführungen unangebracht sein, weil diese so oder so
ähnlich an anderer Stelle bei ihnen zu finden sind. Vielleicht hilft
es dem einen oder anderen Religionsaussteiger weiter.
Zum Getrenntsein: Sie zitieren Albert Einstein mit: Ein menschliches Wesen
ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein durch Raum und Zeit
begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle
als etwas von anderen Getrenntes - eine Art optische Täuschung seines
Bewußtseins. Sie schreiben dazu: Dieses Getrenntsein ist Ursache für
den Bedarf an Religion, an Rückbindung. Ich gehe davon aus, daß
Sie hier nicht Religion im konfessionellen Sinne meinen sondern Religion
im ursprünglichen produktiven Sinn.
Ich für mich verwende nur ungern das Wort Religion, weil es doch schon
so oft mißbraucht wurde und so zu Fehlinterpretationen verleitet. Für
Religion im ursprünglichen produktiven Sinn verwende ich nachfolgend
das Wort Spiritualität. Für konfessionelle Religion das Wort Religion.
Auch Erich Fromm, dessen Werk ich sehr schätze weil das Buch 'Die Kunst
des Liebens' der erste Hinweis auf eine Welt außerhalb meines
religiösen Gefängnisses war, schreibt von Überwindung des
Getrenntseins (in diesem Fall) durch Lieben.
Es erscheint mir, und ich bitte um Nachsicht sollte es nicht so sein, daß
Sie vom Vorhandensein der Trennung ausgehen. Ich habe den Eindruck daß
auch Erich Fromm vom Vorhandensein der Trennung ausgegangen ist. Meines erachtens
ein fataler Fehler, denn wo Getrenntsein existiert, muss Verbindung geschaffen
werden. Meine heutige persönliche Erfahrung mit Getrenntsein in Kürze
ist, folgende: Es gibt real keine Trennung. Absolut jeder und alles ist immer
Verbunden, prinzipiell. Dies drückt Albert Einstein meiner Meinung nach
durch den ersten Satz aus: 'Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen'.
Dies ist eine absolute Aussage, der ich nur zustimmen kann. Das Erlebnis
der Trennung ist selbst erzeugt, hausgemacht, anerzogen etc.. Diese selbst
erzeugte Trennung ist nicht real. Dies drückt Albert Einstein meiner
Meinung nach durch den letzten Satz aus: 'eine Art optische Täuschung
seines Bewußtseins'.
Eines der Mittel zur 'optischen Täuschung des Bewußtseins ist
Religion. Fatalerweise bietet Religion auch eine Weg um diese durch sie selbst
erzeugte Trennung aufzuheben. So entsteht einer der Kreisläufe die einen
Menschen in der Religion gefangen halten können. Die Religion ist
Täter und Retter zugleich. Das Individuum ist das Opfer.
Selbstverständlich muß 'man' in dieser Ideologie etwas tun um
sich zu verbinden. So gewinnt die Religion die Macht im und über das
Individuum.
Ein Hinaustreten aus diesem Kreislauf kann sehr schwer sein. Es wird jedoch
relativ leicht, wenn zum einen die Trennung als selbst erzeugt, als optische
Täuschung erkannt und angenommen wird, zum anderen die Tatsache der
konstanten Verbundenheit erlebt werden kann. Ein Mensch muß nicht die
Trennung überwinden auch nicht durch Lieben, denn die Trennung existiert
real nicht. Ein Mensch muß seine Täuschung überwinden. Die
Täuschung überwinden kann er u.a.durch Lieben. Wenn ein Mensch
die optische Täuschung der Trennung überwunden hat, kann er die
permanente Verbundenheit spüren. Ein Mensch muß NICHTS tun um
verbunden zu sein, denn die Verbindung ist permanent da. Diese permanente
Verbindung kann das Tor zum Bereich der Spiritualität und gleichzeitig
ein Teil der Spiritualität selbst sein. Im Prinzip der permanenten
Verbundenheit ist kein Bedarf für Religion. Im Prinzip der permanenten
Verbundenheit ist die Rückbindung integriert.
Viel Glück beim überwinden der optischen Täuschung und viel
Wohlbehagen beim fühlen der Verbundenheit.
Ich freue mich auf die Verbindung mit Ihnen und Ihre Resonanz auf diese mail.
Namaste
Harald Bellon
"Namaste" ist das gängige nepalesische und tibetische Grußwort
aus dem Sanskrit und bedeutet: "Ich ehre in dir den Ort, wo das gesamte Universum
weilt. Ich ehre in dir den Ort der Liebe, des Lichtes, der Wahrheit, des
Friedens. Ich ehre den Ort in dir, wo wir beide, wenn du dort in dir weilst
und wenn ich mich in jenem Ort in mir befinde, eins sind."
*
Am 05.06.05 schrieb
Florian Oswald
(florian.oswald (ät) gmx.at)
Lieber Rudolf Kuhr!
Ich heiße Florian Oswald, bin 21 Jahre und lebe in Klagenfurt
(Kärnten, Österreich.) Zurzeit studiere ich Philosophie und
Pädagogik an der Uni Klagenfurt. Ich bin durch Zufall auf Ihre Homepage
gestoßen, habe mich dann aber mehr mit ihren Texten auseinandergesetzt
und mir schließlich ihr Buch "Wachstum an Menschlichkeit" gekauft und
gelesen.
Prinzipiell habe ich auch eine humanistische Welt- oder Lebensanschauung,
weshalb mir Ihre Internetseite und das Buch doch stark zugesagt haben. Ich
habe mich auch schon vorher mit humanistischem Material beschäftigt
(z.B.: Erich Fromm). Deshalb habe ich viele Ihrer Gedanken verstanden bzw.
befürwortet. Ich sehe eigentlich nur eine Problematik bezüglich
der humanistischen Thematik, was auch auf persönliche Erfahrungen im
Umfeld meiner Mitmenschen zurückzuführen ist: man kann die Menschen
nicht direkt mit dem universell gesehenen Humanismus, wie Sie ihn auch in
ihrem Buch darstellen, konfrontieren und ich meine das deshalb, weil ich
glaube, dass die meisten Menschen eher mit Ablehnung aufgrund von
Verängstlichung oder Überwältigung reagieren würden.
Ich stimme mit Ihnen überein, dass potentiell jeder Mensch mündig
und frei ist, die Betonung liegt jedoch auf "potentiell". Ob und wenn, ja
wie das Individuum seine Lebensentwicklung in Angriff nimmt ist eigentlich
ihm selbst überlassen. Ich persönlich möchte mich dem in Ihrem
Texten dargestellten Ideal vom verantwortlichen Menschentum soweit wie
möglich annähern, jedoch hat mir diese Bestrebung nicht nur "sonnige"
Zeiten beschert (Depressionen). Ich glaube, dass vielen Menschen einfach
die Kraft fehlt, ganz Mensch zu werden. Für solche Menschen müssen
Ihre starken Deutungen in Richtung Humanismus und Ethik natürlich eher
abschreckend wirken. Viele Menschen wollen die Abhängigkeit, weil sie,
aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit sind, die gesamte Last
ihrer existentiellen Freiheit zu tragen. Ich weiß wohl, dass dies nicht
im Sinne eines demokratisch, humanistischen Weltbildes steht, jedoch muss
man diesen Aspekt einfach berücksichtigen, wenn man sich mit dem Menschen
als solchem beschäftigt. Ich selbst bin schon oft "auf die Schnauze
gefallen", weil ich versucht habe andere Mitmenschen zu "bekehren". Man kann
niemanden zu seinem Glück zwingen.
Diese Fragestellung ist für mich deshalb interessant, weil ich wie gesagt
auch Pädagogik studiere und in diesem Umfeld natürlich auf die
eben beschriebene Problemstellung treffe: Wie werden Menschen oder auch Kinder
selbstverantwortlich, mündig und menschenliebend und zwar aus wirklich
freien Stücken? Früher hatte ich die Meinung, dass jeder Mensch
schon wird, wenn man ihn nur lässt bzw. pädagogisch sinnvoll
unterstützt. Aber ist Hitler wirklich nur aufgrund seiner biographischen
Umstände zu einem der größten Massenmörder des zwanzigsten
Jahrhunderts geworden? Ich bin mir da einfach nicht mehr sicher, was soviel
heißt, dass ich die grundsätzlich positive Einstellung des
humanistischen Ideals, nämlich dass jeder Mensch von sich heraus nur
Gutes will, einfach nicht mehr tragen kann. Das hängt auch mit meiner
eigenen Lebensgeschichte zusammen, sprich: ich habe gemerkt, dass man als
Mensch einfach auch mal böse Gedanken und Impulse verspürt, die
Frage ist nur, wie man damit umgeht. Ich habe ebenfalls wie Sie die Idee
einer humanistisch orientierten Lebensgestaltung des Menschen bzw. der
Menschheit, jedoch meine ich, dass diese Idee transzendentalphilosophischen
Charakter besitzt, d.h., dass sie kein realer Zustand, sondern ein regulatives
Prinzip ist, um mit Kant zu sprechen. Alle Bestrebungen können auf dieses
Prinzip oder diese Idee ausgerichtet sein, jedoch muss man sich eingestehen,
dass es nie vollkommen und absolut verwirklicht werden wird können.
"Absolut" bedeutet nebenbei "von aller Realität entfernt", also eigentlich
nichts Anderes als leblos oder tot. Ich glaube, wir Menschen brauchen einfach
diese Spannung zwischen dem Ideal oder der Idee und unserer jetzigen Position.
Angenommen, die in ihrem Buch entworfene Menschheit würde real existieren,
was hätten wir dann noch zu tun? Na ja, man könnte einwenden, dass
wir uns auf humanistische Weise endlich richtig lieben könnten. Aber
wenn es nur noch Liebe gibt, wird es bald problematisch, weil einfach der
Gegensatz (konkret in diesem Beispiel der Streit oder Krieg) fehlt. Man
weiß ja die Liebe, Freiheit und Demokratie erst zu schätzen, wenn
man auch das Gegenteil erfahren hat. Was meinen Sie dazu?
Ich möchte mit einem Zitat von Hermann Hesse schließen der sagte:
"Probleme liefern die für das Leben notwendige Spannung."
Schließlich glaube ich, dass wirkliche Liebe zum Leben und damit zum
Menschen, alle Aspekte, auch die negativen miteinbeziehen muss. Vom universell
humanistischen Standpunkt aus, muss man dann sogar das Phänomen des
Faschismus "lieben" (besser: akzeptieren), weil es einfach menschlich ist.
Jedoch besteht immer die Möglichkeit, aus solchen Umständen zu
lernen bzw. sich weiterzuentwickeln, was ja nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus
geschehen ist, obwohl die gegenwärtige politische Situation in der Welt
(USA-Islam) eher wieder in eine andere Richtung weist. Worauf ich eigentlich
hinaus will: Man muss auch Intoleranz gegenüber tolerant sein, und das
ist wahrscheinlich das schwierigste Unterfangen im Leben. Übrigens ist
meiner Meinung genau das gemeint, wenn Jesus sagt, dass man seinem Feind
auch die andere Wange zum "abwatschen" hinhalten soll. Ich hör`jetzt
besser auf, weil ich sonst wieder zu tief in meine Gedanken verstrickt werde.
Ich würde mich jedoch sehr über irgend eine Art der Rückmeldung
freuen.
Mit lieben Grüßen aus Klagenfurt
Florian Oswald
*
Am 22.05.05 schrieb
Jan Zimmermann
(jan_acg (ät) yahoo.de)
Stoppen Sie ihre "humanistische Aktion" , Sie schrecklicher Mensch, und
verschonen Sie uns mit ihren Weisheiten!
Webseiten wie die Ihre sind mit Seiten pornografischen Inhalts gleichzusetzen.
Ich wünsche auf diese mail keinerlei Antwort oder einen Kommentar, da
ich auf Ihre Seite nur zufällig geraten bin, aber ich wünsche mir
das so etwas nicht wieder passieren wird, genauso wenig wie ich Porno-Popups
gern habe!
Ohne freundlichen Gruß: Jan Zimmermann,Schüler; 15 Jahre
Anmerkung: Wenn diese Mitteilung ernst gemeint ist,
dann zeigt sie das Ergebnis einer mangelhaften Schulbildung - es fehlt an
Menschenbildung! R.K.
*
Am 03.03.05 schrieb
Wolfgang Seltmann
(wolfgang_0781 (ät) yahoo.de)
ich bewundere Erich Fromm. es gibt so viele Probleme immer wieder, wo man
in seinen Schriften Hilfe und Rat, sowie Aufkläurung findet.
darüberhinaus habe ich den Eindruck, daß dabei die eigene Seele
verständnisvoller und erhabener wird. sicher werde ich in Eurer Gesellschaft
für mein Seelenleben Rat und Hilfe finden.
es grüßt Euch freundschaftlich aus Bariloche (Argentinien)
Wolfgang
*
Am 19.11.04 schrieb
Dennis Archibald
(dennie (at) chefmail.de)
Hallo Herr Kuhr,
es sieht so aus, als ob Sie äußerst beschäftigt damit
wären, "Fanpost" zu lesen und ggf. zu beantworten. Hoffentlich finden
Sie noch Zeit für Ihre eigentliche Aufgabe, der Ausbildung zum
Fach-Humanistiker :-). Ich bemühe mich auch, ein "guter Mensch" zu sein
und mache mir viele Gedanken, über unsere Vergangenheit, Erfahrungen,
Sinn des Lebens usw. Das die Menschen etwas "machen" müssen, vor allem
bzgl. Umweltschutz (für alle gut sichtbares Problem), sollte auf der
Hand liegen. Mich würde interessieren, was Sie von Geburtenkontrolle
halten, wobei mir "-kontrolle" in dem Wort nicht gefällt aber so wird
es eben genannt. Wär schön, wenn Menschen freiwillig sagen
würden: Wir sind zu viele, ich möchte nur ein Kind oder adoptiere
eines, das es schon gibt..... (Gedankenblitz: Damit ich dem Kind meine
Wertvorstellungen anerziehen kann, har har (irres Frankensteinlachen)!! Uaah,
was das Krümmen des kleinen Fingers oder auch einer Gehirnwindung gleich
für Folgen hat, nicht wahr?) Haben Sie Kinder? Was bringen Sie Ihnen
bei? Trauen Sie sich, ihnen etwas "anzuerziehen"? Bla bla, Sie tun wenigstens
etwas in die Richtung, die dem menschlichem Arterhalt auf jeden Fall dienlich
ist. Ich bin selbst jetzt gar nicht so sicher aber ich hab in Kommentaren
von anderen hier eine Anti-Gott-Haltung Ihrerseits herausgelesen. Hmmm, ist
wohl besser, wenn ich mich erstmal richtig informiere..... Muß man
Gott mit Bibel, Christentum und Kirche verbinden? Haben Sie da eine Meinung
zu? Ich hab ne Menge rumgelesen auf Ihrer Heimseite (Homepage) und jaaaa,
dat stimmt schon aber ob es "einen" Gott gibt oder nicht können Sie
nicht wissen. "Bekenntnisse zu einem religiösen Glauben, zur Toleranz,
zur Freiheit, zur Demokratie und zu den Menschenrechten reichen heute nicht
mehr aus, wie die Praxis zeigt. Es muß etwas Verbindendes, Vereinendes,
Zusammenführendes dazukommen, was die individualisierende,
friedensgefährdende Aufspaltung in religiöse, ethnische und
wirtschaftliche Interessengruppen übersteigt, um eine universelle geistige
Grundlage der Menschlichkeit zu schaffen." Wow, klingt ja super, kann
man es jetzt auch irgendwie angehen, mit Ihrer Hilfe oder unter Ihrer Anleitung
oder gibt es Treffen, bei denen man sich austauscht? Die Anonymität
des Schriftlichen verbirgt die Gefühle, die in einem Menschen stecken,
seinen Charakter sozusagen. Alles herrlich logisch und neutral hier aber
menschliche Kommunikation funktioniert von Angesicht zu Angesicht doch viel
besser. Man sieht, ob jemand dahintersteht, wenn er Behauptungen aufstellt
usw. usw. Man erkennt, ob es demjenigen, der schlaue Kunde tut :-), wirklich
gut damit geht oder ob er es schafft, danach zu leben oder danach zu streben,
diesen Weg zu gehen. Wegen mir könnte das Geld sofort abgeschafft werden,
ich nehme mir nicht mehr aus der Käsetheke, als mir zum Überleben
zusteht. Apropos Überleben, ich glaube, ich versuche auch die Menschen
in meiner Umgebung dazu zu bewegen, "humaner" zu werden, nicht mehr so nach
Macht fürs Ego zu geiern und es ist verdammt hart, tut irre weh. Mich
würde interessieren, ob ich da was verbessern kann, ganz praktisch.
Die Message, die Sie versuchen rüberzubringen, ist, denke natürlich
nur ich, allgemein bekannt, die Frage ist eher: Wollen jene und welche Menschen
überhaupt etwas und damit sich selbst ändern?........ Da kommt
mir noch eine ganz andere Frage in den Sinn: Haben Sie überhaupt die
Zeit, diesen ganzen Kram hier zu lesen?? Ich werde damit jetzt aufhören,
sonst kann ich bald mein eigenes Buch rausbringen und außerdem muß
ich für mein "UMWELTTECHNIKSTUDIUM" üben, hehehe. Ich wünsche
Ihnen alles Gute, offene Augen und bete, ups, dass Sie das Richtige tun.
Dennis Archibald
*
Am 01.08.04 schrieb
Walter Keil
(mailbox (at) walterkeil.de)
Hallo liebe Verantwortliche dieser Website, hallo lieber Besucher des
Gästebuches:
Nachdem ich mich ein wenig hier auf dieser Website umgeschaut habe, fühle
ich mich den Verfassern und Ihren Zielen positiv verbunden.
Zwar kann ich aus meiner Sicht keine großen Schuldzuweisungen verteilen,
wenn ich an die große Problemlagen in unserer Welt denke, aber ich
meine schon, dass wir in Gefahr sind.
Der Grund ist, so denke ich, schlicht und einfach Unwissenheit über
größere Zusammenhänge.
So ist, beispielsweise die Ökologie, immer noch eine politisches Randthema,
weil den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft die Informationen
über die ökologischen Zusammenhänge im Wesentlichen fehlen
und Sie, um wieder gewählt zu werden, hauptsächlich
Wirtschaftswachstumsprozente benötigen.
(Ergibt: schlecht informierte Politik für schlecht informierte Menschen)
So können Sie zwar etwas Gescheites über weltwirtschaftliche
Zusammenhänge sagen, aber die Zusammenhänge von Auspuffgasen und
Waldsterben nicht. Da müssen "Experten" ran, die teilweise so wenig
über Gesamtzusammenhänge in der Biosphäre wissen, dass sie
durchaus für eine weitere Beibehaltung gegenwärtiger Grenzwerte
sind, weil man "noch nicht" alles versteht.
Ein so einfacher Satz, wie: "die Gesundheit der Welt ist unsere Gesundheit",
erscheint vielen Menschen an den Hebeln der Macht sicherlich nur als weltfremdes
Gesäusel.
Auch so manche Kritik an Ihrer Humanistischen Website ist doch geprägt
von der Idee, dass das moderne wissenschaftliche Weltbild nichts Religiöses
zulässt und der rationale Verstand schon gegenwärtig die
endgültige Klärung von Sachverhalten erlaubt.
Hier wird zu kurz gedacht - dazu liefere ich Argumente, denn auch das
Religiöse entwickelt sich weiter.
Nun, um die Welt besser zu verstehen habe ich den Aufsatz: "Alles ist eins"
verfasst.
Hier stelle ich, ausschließlich auf naturwissenschaftlicher Basis,
philosophische Betrachtungen über die Grundlagen unserer Welt an.
Ich finde, jeder der über Sinn und Ziel seines Lebens und der Welt
nachdenkt, wird es interessant finden, was ich auf meiner Homepage:
www.walterkeil.de darüber geschrieben habe.
Mit freundlichen Grüßen
Walter Keil
PS: Gutmütigkeit ist das instinktive Talent zur Kooperation, weil die
Welt im Grunde "eins" ist !
Anmerkung: Erkenntnisse werden um so
wertvoller, je mehr wir sie anwenden. Eine Möglichkeit
besteht bereits darin, mit dem Namen unserer Internet-Seite für unser
als wichtig erkanntes Ziel zu werben. R.K.
*
Am 01.07.04 schrieb
Dieter Langhans
(... (at) ...)
Sehr geehrter Herr Kuhr,
in einer Zeit, da es für einige auch wichtige Menschen noch immer schick
erscheint, sich mit Gottes Mäntelchen zu umgeben, ist es geistig und
seelisch überaus erfrischend, z.B. in Ihren gesammelten "Zitate zu Religion"
zu schmökern.
Aus Anlass der heutigen Ansprache des neuen Bundespräsidenten zur
Amtseinführung ist mir eingefallen:
Wie kann ein Mensch,
der an "Gott" glaubt,
an die Menschen glauben-
es sei denn, er gibt es vor?
Vielen Dank für Ihre zur Verfügung gestellte umfangreiche Text-
und Adressensammlung!
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Langhans
*
Am 07.02.04 schrieb
Ingo-Wolf Kittel
(iw.kittel (at) gmx.de)
sehr geehrter herr kuhr,
hat ein wenig gedauert, bis ich herausgefunden habe, wie sie anzumailen sind.
- bin interessanterweise über
http://idealismus.de/forum/read.php?f=1&i=198&t=198 auf ihre websites
gekommen, hab auch ein wenig auf ihnen 'gesurft'... und den eindruck bekommen,
ein text wie der, den ich unter den beiden letzten u.a. urls ins internet
stellen konnte, könnte auch sie interessieren. - daher will ich ihnen
dies kurz schreiben und sie darauf hinweisen - ...
Mit freundlichen Grüßen
INGO-WOLF KITTEL Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Anmerkung: Es handelt sich hier um den sehr
lesenswerten, analytischen Text 'Glauben ohne Glauben' unter:
www.kirchenkritik.de/archiv/glauben_ohne_glauben.html . R.K.
*
Eintragungen vom August 2000 bis Dezember 2003 in Buch
3
siehe auch die Seite 'Kritik an dieser Homepage'